

Magdeburg again…
3. Juli 2007Wie gedenken Sie zukünftig mit derartigen Veranstaltungen in Magdeburg umzugehen?
Nach den vergangenen Auseinandersetzungen und offen reaktionären Veranstaltungen wird es für uns wichtig, diese zu boykottieren und das AIP politisch zu demaskieren. Bis heute versuchen sie, eine linke Fassade zu bewahren, mit der sie versuchen, reaktionäre Impulse in antifaschistische Kreise zu tragen. Deshalb ist es wichtig, gerade bei jüngeren Menschen Aufklärungsarbeit zu betreiben, für welche Inhalte solche Gruppen stehen.
…
Alle, die konsequent sozialrevolutionäre und oder antiimperialistische Positionen vertreten, sind den Provokationen und Diffamierungsversuchen der »Antideutschen« ausgesetzt.
Das ganze Interview zwischen nationalbolschewistischer Tageszeitung und antisemitischem Racket kann hier nachgelesen werden.
(via. Spange)

Mit Marx und Adorno für Walser und Lenz
Wenn deutsche Linke ihre Realität und ihre antisemitischen Helden verteidigen ist ihnen jedes Mittel recht. Heute zeigt dies Armin Nolzen im Leitartikel des Feuilleton der antifaschistischen, und deshalb wohl auch antizionistischen, Frankfurter Rundschau:
Geschichtliche Tatsachen, so Karl Marx in seinem Einleitungssatz zum „18. Brumaire des Louis Bonaparte“ von 1852, ereignen sich zweimal: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce. Die jetzt entbrannte Debatte über Siegfried Lenz, Martin Walser und Dieter Hildebrandt und ihre angebliche Mitgliedschaft in der NSDAP scheint ein schlagender Beweis für diese These zu sein. Die Tragödie besteht darin, dass drei Männer auf der Anklagebank sitzen, die einen Großteil ihres Lebens der künstlerischen Abrechnung der NS-Zeit gewidmet haben, um nicht zu sagen: dem Kampf gegen das (mit Adorno gesagt) Weiterleben des Faschismus in der bundesrepublikanischen Demokratie.

Autonome Antifa Magdeburg bekämpfen!
28. Juni 2007Am Abend des 27.6.2007 wurde zum wiederholten Male eine Veranstaltung der Reihe gegen Antisemitismus, durchgeführt vom Antifa-Infoportal Magdeburg in Zusammenarbeit mit dem Stura der Universität Magdeburg, angegriffen. Der Überfall hatte gegenüber dem vormaligen am 13.6.2007 eine neue Qualität, es wurden Pfefferspray und Steine eingesetzt, mehrere Scheiben des „Eine-Welt-Hauses“ in Magdeburg wurden beschädigt.
Am Abend des 27.6.2007 sollte im „Eine-Welt-Haus“ in Magdeburg die dritte Veranstaltung in der Reihe gegen Antisemitismus, durchgeführt vom Antifa-Infoportal Magdeburg und dem StudentInnenrat der Universität Magdeburg stattfinden. Geplant waren Vorträge und eine Diskussion zum Thema „Zur Kritik des Antisemitismus und des Antiamerikanismus. Solidarität mit Israel“.
Bereits bei der ersten Veranstaltung der Reihe kam es zu Auseinandersetzungen mit völkischen Nationalisten (die sich interessanterweise selbst als „Antifaschisten“ betiteln), welche jedoch durch konsequentes Einschreiten der VeranstaltungsteilnehmerInnen durch Herausdrängen der Angrifer geklärt werden konnten: http://de.indymedia.org/2007/06/184751.shtml .
Im Nachhinein kam es -leider auch bei Indymedia- zu Aufforderungen, die Veranstaltung am 27.6.zu „smashen“.Bereits am Nachmittag wurde die Anreise von interessierten VeranstaltungsteilnehmerInnen aus dem Umland an verschiedenen Magdeburger Bahnhöfen durch die späteren Angreifer bedrohlich beobachtet.
Am Veranstaltungsort blieb es anfangs zunächst ruhig, bis gegen 19:00 Uhr einer der Protagonisten der Angriffe auf die TeilnehmerInnen der Gedenkkundgebung am 27.1.2007 ( http://roadmap.sytes.net/magdeburg.html) und des Angriffes am 13.6., am Veranstaltungsort auftauchte. Daraufhin bewegten sich die Gäste in den Veranstaltungsraum und die Eingangstür wurde geschlossen, da die Veranstalter sowohl eine gewaltförmige Auseinandersetzung als auch die Anwesenheit der Angreifer im Saal verhindern wollten. Wenig später tauchte eine Gruppe von ca. 15 AngreiferInnen an der Hintertür des „Eine-Welt-Hauses“ auf, verhinderte das Schließen dieser und nahm eine äußerst bedrohliche Haltung gegenüber den inzwischen dort versammelten TeilnehmerInnen der Veranstaltung ein. Diese wurden beschimpft und es wurde die Anwendung von Gewalt angedroht. Als die sich im Türeingang Befindlichen nicht dadurch provozieren ließen, entgegenete einer der Angreifer : „Na, wenn Ihr nicht anfangt, dann machen wir das mal“ und spuckte mehreren VeranstaltungsteilnehmerInnen ins Gesicht. Gleichzeitig begannen die AngreiferInnen, die Ihnen gegenüber befindlichen Menschen mit Pfefferspray, Boxhieben, Tritten und Steinwürfen zu attackieren. Dabei wurden bereits mehrere TeilnemerInnen verletzt. Nach einigen Minuten gelang es, die AngreiferInnen, aus dem Türraum zu drängen und die Tür zu schließen. Inzwischen hat bereits einige ebenfalls im Umfeld des „Eine-Welt-Hauses“ befindliche Angreifergruppen begonnen, die gläserne Vordertür und die Fenster mit Steinwürfen zu attackieren, wobei gezielt auf die Fenster geworfen wurde, hinter denen sich sichtbar VeranstaltungsteilnehmerInnen befanden. Dabe wurden mehrere Fenster sowie die Eingangstür zerstört.
Wenig später zogen sich die AngreiferInnen mit dem Eintreffen der durch den Hausmeister des „Eine-Welt-Hauses“ verständigten Polizei zurück.
Im Anschluß wurde die Veranstaltung nach dem gründlichen Durhlüften (die Luft war sehr stark von dem eingesetzten Pfefferspray kontaminiert) mit einstündiger Verspätung durchgeführt werden, es waren etwa 70 TeilnehmerInnen zugegen und es entspannte sich eine interessante Diskussion, wobei vielen Leuten die Brisanz des Themas durch die vorherigen Angriffe vor Augen geführt wurde.
Die AngreiferInnen sind bekannt, es handelt sich um Mitglieder der völkischen „Gruppe Internationale Solidarität“, der „Antifaschistischen (sic!) Aktion Magdeburg“ und der „Frauengruppe Magdeburg“. Diese bezeichnen sich selbst als „Linke“, daß sie jedoch eher politisch zum Umfeld zur „Kameradschaft Festungsstadt“ gezählt werden müssen, dürfte spätestens nach dem 27.6. deutlich geworden sein. Mehrere Attacken auf einen der wenigen Linken offen stehenden Räume Magdeburgs, die jetzt sogar dessen Existenz gefährden (die Sachschäden gehen in beträchtliche Höhen) und wiederholte Angriffe auf Antifas bestätigen dies. Leider gibt es immer noch überregionale Gruppen, die mit diesen Strukturen Kontakt pflegen bzw. Bündnisse schmieden (bspw. Antifaschistische Linke Berlin, ALI Göttingen, Organisierte Autonomie Nürnberg usw.). Dies muß nun endgültig gestoppt werden, es ist absolut unabsehbar, wozu diese Leute noch fähig sind.AntifaschistInnen Sachsen-Anhalt
via kotzkübel
related links:
Im Gleichschritt Links – ein Veranstaltungsbericht des Antifa Infoportal Magdeburg

Alles, was ihn an die Fragwürdigkeit der eigenen Existenz erinnert, ist ihm peinlich.
21. Juni 2007Françoise: Wir kommen jetzt zur zahlenmäßig größten Hörergruppe, denjenigen, die Musik zur Unterhaltung hören.
Adorno: Diesen Hörern ist die Musik nicht mehr Sinnzusammenhang, sondern nur noch Reizquelle. Es geht um reinen zerstreuenden Komfort. Diese Art des Hörens ähnelt dem Rauchen. Sie wird eher durch das Unbehagen beim Abschalten des Radioapparates definiert als durch den bescheidenen Lustgewinn, solange er läuft.
Françoise: Apropos, möchten Sie noch eine?
Adorno: Bleiben wir jetzt bitte bei der Sache. Ohne dass dieser Typus politisch profiliert wäre, geht er konform mit jeglicher Herrschaft, die seinen Konsumentenstandard nicht allzu offensichtlich beeinträchtigt. Die Musik, die dieser Hörertypus konsumiert – die leichte Musik –, ist ein standardisiertes Produkt der Industrieländer. Diese Schlager funktionieren nach dem Muster der Identifikation. Sind Sie schon einmal auf den gespenstischen Sachverhalt aufmerksam geworden, dass synthetische Volksmusik besonders in ländlichen Gegenden erfolgreich ist? Der Hörer bevorzugt Lieder, die nicht zu sehr über das Altbekannte hinausgehen. Alles, was ihn an die Fragwürdigkeit der eigenen Existenz erinnert, ist ihm peinlich. Gerade weil dieser Hörer real in Unfreiheit lebt, ergreift ihn Wut, wenn die Kunst ihn daran erinnert. Dieses Gesamtsystem der Kulturindustrie führt zu fortschreitender Verdummung. Insofern ist die leichte Musik – entgegen aller Absicht, die man mit den läppischen Texten verfolgt – pure Ideologie.
Françoise trifft Theodor W. Adorno Total in Intro Nr.151
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Wert schaffen:
Wir saßen an Silvester auf einer Dachterrasse in Berlin und haben unter Feuerwerk entschieden, überschüssige CD-Pressungen von DHR in den darauffolgenden Wochen einstampfen zu lassen, um deren Marktwert zu erhöhen.

dumm gelaufen…
12. Mai 2007Mission missglückt: „Scottys“ Asche abgestürzt
London (dpa) – Mission missglückt: Die Asche des Darstellers von Star-Trek-Charakter „Scotty“, James Doohan, ist in der Wüste von New Mexiko verschwunden. Das berichtete die britische Zeitung „Daily Mail“.
Die sterblichen Überreste des Schauspielers waren vor rund zwei Wochen mit einer Raketen ins All geschossen worden. Doch der Plan sei gründlich daneben gegangen, und die Rakete landete an einem unbekannten Ort in der Wüste und wird seitdem vermisst, hieß es in dem Blatt.
Die Sprecherin der US-Bestattungsfirma Space Services, Susan Schonfeld, räumte laut Zeitung ein, die Suchtrupps hätten bisher vergeblich nach dem Flugobjekt gesucht. „Die Gegend ist sehr bergig, man kann nicht einfach so hinfahren.“
Doohan war im Juli 2005 im Alter von 85 Jahren gestorben. Seine Witwe hatte immer betont, dass es Doohans letzter Wille war, im All bestattet zu werden.

make waterkant history
5. Mai 2007Dann noch ein letztes mal G8:
Polizist Erler steht mit seinem Kollegen Tilo Scholz aus Bautzen am Strand, er macht Fotos vom fertigen Tor, vom Zaun, der bis ins Wasser reicht. Ein Radler schiebt sein Mountainbike den Deich hoch. Weit hinter ihm hebt sich die Ruine des früheren DDR-Hotels „Waterkant“ vom Blau des Horizonts ab. In dicken Buchstaben über mehrere Etagen haben Gegner des Gipfels „No G8″ mit roter Farbe an eine Wand gemalt. „Na und“, sagt Erler. Es gab nicht mal eine Anzeige. Das Haus wird abgerissen. Der Protest schaffte es nicht mehr bis zur Sachbeschädigung.
via. Frankfurter Rundschau
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